Rede zum Haushalt der Verbandsgemeinde

Dr. Ulrike Fuchs hat zum Haushalt der Verbandsgemeinde folgende Rede im Rat gehaLten:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Herren Abteilungsleiter, sehr geehrte Ratskollegen und Kolleginnen.
Der uns heute zur Abstimmung vorliegende Haushalt für das Jahr 2026 weist erneut eine sehr hohe Kreditaufnahme für Investitionen auf. Diese betreffen insbesondere unsere Kernaufgaben: schulische Versorgung unsere Kinder, Brandschutz und die Wasserversorgung. Auch aus dem Bereich der freiwilligen Leistungen kommen hohe Anforderungen.
Der Um-und Anbau der Realschule plus geht inzwischen in die letzte Phase. Es ist dort wirklich ein sehr ansprechendes Gebäude mit einer schicken Fassade entstanden. Das kann sich sehen lassen und wird sicher einen Motivationsschub für den Besuch unserer Realschule hervorrufen.
Nur leider wird der Anbau um 900.000 € teurer als geplant und wir können aktuell nicht absehen, ob nicht auch die Kosten für den letzten Bauabschnitt die geplanten Ausgaben übersteigen. Hier könnten also zusätzliche Kreditaufnahmen nötig werden. Oder, könnte man vielleicht diesen Bauabschnitt schieben?
Parallel dazu wurde mit ersten Baumaßnahmen für die Dreifachsporthalle inklusive Mensa begonnen. Auch darin steckt ein großes Risikopotenzial. Denn ob es am Ende tatsächlich bei den geplanten Kosten bleibt, ist unsicher.
Wenn auch über diese Maßnahmen bereits abgestimmt wurde, so erfordern die veränderten Zahlen in Kombination mit den nicht absehbaren Risiken ein Überdenken, gegebenenfalls eine alternative Planung. Siehe Realschule
Auch aus dem Bereich des Brandschutzes kommen, laut Planung, in den nächsten Jahre große Ausgaben auf uns zu. Ich denke hier nur an den in Aussicht stehenden Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Höhn. War hier anfangs einmal die Rede von 3-4 Mio. so spricht man jetzt bereits von 10 Mio.
Hinzu kommen die geplanten Anschaffungen neuer Feuerwehrfahrzeuge, die von einem 30jährigen Zyklus auf einen 25jährigen reduziert wurden. Das Angebot, gegebenenfalls auch einmal die planmäßige Neuanschaffung eines Fahrzeuges zu überprüfen und um ein, zwei Jahre zu schieben, fand meines Wissens bisher keinerlei Umsetzung. Seit diesem Jahr ist es möglich, die jährlich vom Land zu erhaltenden Fördermittel bis zu 10 Jahre anzusparen. Auf diese Weise soll es den Kommunen ermöglicht werden, größere Projekte zu finanzieren und dadurch die Kreditaufnahmen zu reduzieren. Warum nutzen wir das nicht?
Unser Sorgenkind Wiesensee wird auch im kommenden Jahr weiter hohe Summen verschlucken. Das vom Land in Aussicht gestellte Geld wird dafür bei Weitem nicht reichen. Aber hier gibt es, so hart es auch sein mag, kein Zurück. Schließlich wollen wir alle wieder Wasser im See sehen. Bleibt zu hoffen, dass sich dafür ein weiterer Fördertopf findet.
Zu den freiwilligen Leistungen, für die wir in 2024 1,9 Mio. aufgewendet haben, gehört auch das Westerwaldbad. Nachdem wir in diesem Jahr bereits 380.000€ in das Schwimmbad investiert haben, steht nun eine Erneuerung der Wasseraufbereitungsanlage für 250.000-300.000 € an. Gleichzeitig haben wir den Betriebskostenzuschuss erhöht und zahlen dem Pächter einen jährlichen Zuschuss, wenn seine Einnahmen eine bestimmte Grenze unterschreiten. In diesem Jahr waren dies 45.000,00 €.
Da zudem absehbar ist, dass in den nächsten Jahren auch wieder eine Sanierung des Beckens ansteht, ist es dringend geboten, dass hier eine intensivere Bemühung um Fördergelder erfolgt, denn tatsächlich hält das Land solche bereit. Aber auch das sind natürlich von uns allen bezahlte Steuergelder. Daher sollten unbedingt Rücklagen für das versteckte Risiko, das das Schwimmbad bedeutet, gebildet werden, damit wir uns das Schwimmbad auch in Zukunft noch leisten können. Natürlich wollen auch wir, dass unsere Kinder auch in Zukunft dort schwimmen können.
Das geplante Gesundheitszentrum gehört zweifellos zu den sogenannten weichen Faktoren eines Wirtschaftsstandortes. Doch sollte dies, wenn überhaupt, nicht die einzige Wirtschaftsförderung sein, die wir auf den Weg bringen. Da für uns noch viele Fragezeichen hinter diesem teuren Projekt stehen, will ich hier nicht näher darauf eingehen.
Auch das Budget, das die VG für die Personalkosten ausgeben muss, hat sich erneut vergrößert. Im Jahr 2025, also im laufenden Jahr, lag die Steigerung gegenüber dem Vorjahr bei 11,6 %. Die Planung für 2026 sieht erneut eine Steigerung gegenüber 2025 um 4,7 % vor. Das sind in 2 Jahren 16,9 %!
In Zahlen bedeutet das, dass die VG in 2026 1,6 Mio. mehr für ihr Personal ausgeben wird als in 2024. Der Anteil der Personalkosten am Finanzhaushalt 2026 liegt damit bei 51,4 %. Und das bei einem sich abzeichnenden wirtschaftlichen Abschwung, der auch vor der VG Westerburg nicht Halt machen wird.
Hinzu kommen die zusätzlich anfallenden Leistungen, die wir bei Fremdanbietern wie Ingenieurbüros und Gutachtern einholen, die wir für Machbarkeitsstudien und Architektenwettbewerbe ausgeben, sowie die hohen Ausgaben im Rahmen der Digitalisierung. Von der Arbeitsersparnis und damit verbundenen Personaleinsparung, die letztere bringen soll, ist allerdings bisher nichts zu spüren. Vielleicht braucht es aber auch noch etwas Zeit bis sie greift.
Fasst man alle Einzelpositionen, von denen hier nur beispielhaft einige genauer beleuchtet wurden, zusammen, so ergibt sich folgendes Bild.
War im letzten Haushalt für 2026 noch eine Kreditaufnahmen von 13 Mio. geplant, so steht nun für das kommende Jahr ein tatsächliches Kreditvolumen von 18,5 Mio. im Haushalt. Damit steigen unsere Verbindlichkeiten aus Zins und Tilgung bis 2028 auf 42,3 Mio., ein Mehr gegenüber dem Haushaltsplan von 2025 von 4,5 Mio. Vorsorglich wird daher im Haushaltsplan darauf hingewiesen, dass „die Notwendigkeit zur temporären Zwischenfinanzierung über Liquiditätskredite“ nicht ausgeschlossen werden kann.
Schon im letzten Jahr hat die WuB an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass Kredite, Zins und Tilgung unseren Haushalt so stark belasten, dass ein ausgeglichener Haushalt zukünftig gefährdet ist. Daher haben wir in 2024 dem Haushalt nicht zugestimmt und uns dafür scharfe Kritik anstelle eines demokratischen Diskurses eingehandelt. Dies, obwohl auch die Aufsichtsbehörde bereits warnend den Finger gehoben hat.
Doch, anstatt bereits gemachte Vorschläge zur Einsparung wenigstens einmal zu prüfen, werden nun dieses Jahr noch mehr Schulden oben drauf gepackt, die Personalquote erhöht und keine Mindesteigenkapital-Quote für Investitionen festgelegt. Die jetzt aufgenommenen Kredite laufen teils bis in die 40er Jahre. Das heißt, wir geben heute das Geld aus, dass morgen die nächste Generation aufbringen muss und das ihr fehlen wird.
Es kann nicht sein, dass die Verwaltung nur aufgrund entsprechender Anträge aus den Fraktionen zum Sparen angehalten werden kann, wie jüngst in einer Sitzung geäußert wurde. Ersten sind wir diesbezüglich Laien und zweitens nur ehrenamtlich tätig. Daher betrachten wir es als eine primäre Aufgabe der Verwaltung, fortwährend zu überprüfen, dass von ihr nur in einem solchen Umfang Ausgaben vorgenommen werden, wie sie die VG auch dauerhaft und auf lange Sicht verkraften kann. Auch ein verstärktes Bemühen um Fördergelder wäre wünschenswert.
Zins und Tilgung der aufgenommenen Investitionskredite dürfen nicht dazu führen, dass die nächste Generation keinen Handlungsspielraum mehr hat oder gar Liquiditätskredite aufnehmen muss.
Leider ist es uns erneut nicht gelungen, eine Mehrheit für Sparmaßnahmen sowohl im personellen als auch, wie von der FDP vorgeschlagen, im strukturellen Bereich zu bekommen. Daher können wir, wie schon in der Hauptausschusssitzung angekündigt, der Haushaltplan und dem Stellenplan 2026 nicht zuzustimmen.

Bei aller Kritik und trotz des Vermissens eines konstruktiven Diskurses ist es mir dennoch ein besonderes Anliegen, an dieser Stelle den Mitarbeitern der Verwaltung und auch unserem Bürgermeister unseren Dank für die kooperative Zusammenarbeit auszusprechen. Trotz der unsererseits zu erwartenden Kritik haben wir immer ehrliche Auskünfte, nicht nur im Hinblick auf die finanzielle Situation der VG, erhalten. Dafür danke ich Ihnen besonders.
Last but not least möchte ich Ihnen und Ihren Familie im Namen und seitens der WuB nach dem Jahresabschluss-Stress eine ruhigere restliche Adventszeit und eine gesegnete, frohe Weihnacht wünschen. Dass Sie gesund in ein neues, hoffentlich friedlicheres Jahr starten können und es auch bleiben, das wünschen wir Ihnen allen.
Dr. Ulrike Fuchs

Rede zum Haushalt der Werke

Roswitha Flender hat zum Haushalt der Werke folgende Rede der WuB gehaLten:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, verehrte Ratskolleginnen und Kollegen.
Liebe anwesende Zuhörerinnen und Zuhörer.
Sehen wir uns rückblickend die letzten Geschäftsjahre unserer Werke an, so fällt das Resümee durchweg positiv aus. Wenige, und wenn, moderate Gebührenerhöhungen beim Wasser und Abwasser, und das bei stetig wachsenden Anforderungen, zeugen von vorausschauender, verantwortungsvoller Arbeit aller Verantwortlichen.
Unser Wasser ist eines der besten im Lande und so soll es auch bitte bleiben. Daher ist der Haushalt unserer Werke die Summe der notwendigen Investitionen, die angebracht sind, um auf der einen Seite weiterhin die hervorragende Wasserqualität zu garantieren und zum anderen weiterführenden Abläufen beim Abwasser, sei es bei den Kanälen oder unseren hervorragenden Kläranlagen, gerecht zu werden und diese stetig zu verbessern.
(Ein Vorschlag unsererseits, wieder einmal eine Sitzung in Bereich der Kläranlage durchzuführen, um sich über die aufwändige Arbeit vor Ort informieren zu lassen)
Einzelne Projekte hier aufzuführen würde zu weit führen, aber besonders erwähnen möchte ich doch die Zusammenarbeit mit der VG Hachenburg. Hier wird für die Zukunft ein gemeinsames Wasserversorgungsnetz entstehen, dessen Synergieeffekte und Kostenersparnis sich positiv, auch für die Bürger auswirken wird.
Auch der Neubau der Hochbehälter macht Sinn. Zwar wären Sanierungen im Moment günstiger, hätten aber in Zukunft ständigen Reparaturen zur Folge, die in Summe erhebliche Mehrkosten verursachen.
Dass auch die Bereitstellungskosten im Bereich Wasser und Abwasser von Verteuerungen betroffen sind, hat leider einen Anstieg der Gebühren beim Wasser und Abwasser zu Folge. Gemessen am Auftrag, unseren Bürgern stets gute Qualität und eine ausreichende Menge Wasser zu liefern, ist er jedoch moderat.
Die WuB Fraktion stimmt den Wirtschafts- und Investitionsplänen, sowie dem Stellenplan der Werke zu.
An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der VG-Werke für die geleistete Arbeit im zu Ende gehenden Jahr. Gleichzeitig verbinden wir auch für Sie alle und Ihre Angehörige, die Wünsche für gesegnete Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr 2026.
Vielen Dank.

Haushalt der Eigenbetriebe

Im folgenden lesen Sie die Rede von Roswitha Flender zum Haushalt der Eigenbetriebe:

Die Eigenbetriebe der VG Westerburg sind für unser gutes Wasser und das Abwasser verantwortlich. Dass die Entgelte stabil bleiben, ist einer guten, vorausschauenden Planung und verantwortlichem Handeln geschuldete. Die angedachten Investitionen, verbunden mit enormen Ausgaben, sind jedoch berechtigt und werden von uns mitgetragen. Nur so können wir auf dem neusten Stand der Technik bleiben und den Anforderungen für gutes Trinkwasser und einer effektiven Entsorgung des Abwassers gerecht werden. Wir begrüßen daher auch die interkommunale Kooperationsvereinbarung, für den Betriebszweig Wasserversorgung, mit der VG Hachenburg. Sie wird zudem auch vom Land ausdrücklich gefördert. Der erforderliche Leitungsbau in die VG Hachenburg, wird unseren Haushalt nicht belasten. So verspricht die Überlegung, einen neuen Hochbehälter zu bauen, der die erforderliche Wasserversorgung garantiert, statt 4 Hochbehälter zu sanieren, auch Einsparungen von mehr als einer halben Million.
Die Zusammenarbeit mit der VG Rennerod funktioniert im Bereich Abwasser ja schon seit Inbetriebnahme unserer Kläranlage und ist ebenfalls positiv zu bewerten. Es bleibt demzufolge zu wünschen, dass das gute Miteinander unserer umliegenden VG’s auch in Zukunft weiter gedeiht. Zudem, oder sogar wegen der ständigen veränderten Auflagen, dem technischen Anspruch und dem Klimawandel geschuldeten Verteuerungen, kann hier ein nicht unbedeutender Synergieeffekt erzielt werden.
Wir danken dem gesamten Team um Werkleiter Jörg Pfaff für die geleistete Arbeit und wünschen ihnen allen und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest sowie alles Gute für das neue Jahr.
Die WuB Fraktion stimmt den Wirtschafts- und Investitionsplänen, sowie dem Stellenplan zu.

VG – WuB stimmt dem Haushalt nicht zu

Die WuB hat dem Haushalt der Verbandsgemeinde Westerburg für 2025 nicht zugestimmt.
Lesen Sie die Rede von Frau Dr. Fuchs zum Haushalt 2025:

Thema Haushalt
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Herren Abteilungsleiter, sehr geehrte Ratskolleginnen und -kollegen
Der uns heute zur Abstimmung vorliegende Haushalt 2025 basiert auf großen Herausforderungen, vor denen unsere Verbandsgemeinde im Bereich ihrer Kernaufgaben steht: Wasserversorgung, Brandschutz und schulischer Versorgung unserer Kinder. In den letzten Jahren sind schon erhebliche Summen in die Grundschulen und zuletzt in die Realschule plus geflossen. Nun steht der Mensa-Bau mit Lehrschwimmbecken usw. an.
Nachdem wir als WuB jahrelang für die Abschaffung der Container-Lösung bei der Realschule gekämpft haben, wird uns wohl niemand unterstellen wollen, dass wir uns nicht für eine gute-Lern-Atmosphäre unserer Kinder einsetzen. Eine gute Bildung ist zweifelsfrei das Kapital für unsere Zukunft.
Auch über den Mensa-Bau wurde bereits abgestimmt und er steht daher bei allen Fraktionen nicht mehr zur Diskussion. Allerdings erfordert er eine hohe Kreditaufnahme, die wenig bis gar keinen Spielraum für anderes lässt. Daher sei die Frage erlaubt, ob er nicht vielleicht für uns doch zu groß dimensioniert ist.
Auch in den Brandschutz wurde kräftig investiert, zuletzt den teuren Anschaffungen neuer Fahrzeuge für den Einsatz bei größeren Waldbränden zugestimmt. Ausgaben, die dem Klimawandel geschuldet sind. Wir haben personell eine der größten Wehren im Kreis, das ist hervorragend, kostet aber auch viel Geld. Daher sollten wir zu unterscheiden beginnen, was zum Schutz der ehrenamtlichen Wehrkräfte notwendig und sinnvoll und was nice to have ist.
Mehr als die Hälfte unseres Budgets verschlucken die Personalkosten, die sich in den letzten Jahren durch viele Neueinstellungen erheblich gesteigert haben. Das entspricht zwar dem Bundestrend, macht es aber nicht besser. Zudem sind die zusätzlich anfallenden Leistungen, die wir durch Fremdanbieter wie Ingenieurbüros oder Gutachter einkaufen, sowie die Ausgaben für arbeitssparende Software und Digitalisierung dabei noch nicht eingerechnet. Ich möchte hier nicht den grundsätzlichen Leistungswillen und die Leistungsfähigkeit unserer Verwaltungsmitarbeiter in Frage stellen. Aber müssen wir wirklich alle uns von Landes – und Bundesseite vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen, nur weil es dafür Fördergelder gibt? Schließlich müssen wir auch immer selbst dazugeben und für die Folgekosten gibt es dann meist keine Förderung mehr. Wäre hier nicht eher eine Kosten/Nutzenrechnung unter Einbeziehung der Folgekosten der jeweiligen Maßnahme angebracht? Zudem bindet jede Maßnahme auch Personal.
Die freiwilligen Leistungen, die im letzten Jahr schon auf dem Prüfstand standen und eigentlich gekürzt werden sollten, werden in 2025 von 2,15 Mio. auf 3.60 Mio. anwachsen. Darin sind die Investitionen für Brücken und den Wiesensee noch nicht einmal enthalten.
Insgesamt weist der Haushaltsplan für 2025 eine Kreditaufnahme von 13,5 Mio. und für 2026 nochmals 13 Mio. auf. Bis 2028 wachsen unsere Schulden nach der aktuellen Planung auf 37,8 Mio. Dem stehen keine entsprechenden Einnahmen gegenüber.
Die damit einhergehenden Verpflichtungen aus Zins und Tilgung werden uns daher in der Zukunft jeder Handlungsfähigkeit berauben und die nächste Generation, unsere Kinder und Enkel, in unzumutbarem Umfang belasten. Auch in dieser Hinsicht, nicht nur im Hinblick auf ihre Bildung stehen wir für die Zukunft unserer Kinder in der Pflicht. Mit diesem Haushalt aber, werden wir sogar gezwungen sein, für die Bedienung der Kredite erneut Kredite aufzunehmen, denn mit einer Steigerung der Einnahme ist aus aktueller Sicht nicht zu rechnen
Die geplanten Ausgaben müssen unter diesen Aspekten überdacht, auf Sparmöglichkeiten hin überprüft und Prioritäten gesetzt werden.
Nun wird sicher jede Fraktion diesbezüglich andere Schwerpunkte setzen wollen. Daher will ich an dieser Stelle nicht auf einzelne Positionen im Haushalt eingehen, bei denen unsere Fraktion Sparmöglichkeiten sieht.
Vielmehr geht es um das Grundsätzliche.
Um nicht in die totale Überschuldung zu laufen, erscheint es uns sinnvoll, eine allgemeine Regelung zu treffen, die uns die Handlungsfähigkeit für die Zukunft erhält.
Das heißt, unsere Ausgaben müssen an unserer eigenen finanziellen Kraft und unseren Möglichkeiten orientiert werden und können nicht ausschließlich, wie jetzt geplant, durch Schulden finanziert sein. Ein Eigenkapital-Anteil sollte Voraussetzung sein.
Ein diesbezügliches Vorbild könnte z.B. die Regelung bei den Werken sein.
Möglich wäre auch, dass man für jede Investition und Ausgabe eine Mindesteigenkapital-Quote festlegt. Ist diese nicht vorhanden, sollte die Ausgabe/Investition zunächst nicht getätigt, mindestens aber auf Sparmöglichkeiten hin überprüft werden und eventuell geschoben werden.
Wir haben uns daher im Nachgang zur Hauptausschusssitzung in Zusammenarbeit mit anderen und in Gesprächen mit allen Fraktionen darum bemüht, uns für die Zukunft auf eine Deckelung der Aufwendungen und Investitionen zu verständigen. Wir können und wollen unseren Kindern und Enkeln nicht einen Schuldenberg aufbürden, den sie auf lange Sicht nicht abtragen können. Neben den Kernaufgaben sehen wir auch darin unsere Verantwortung als gewählte Ratsmitglieder.
Leider ist es uns nicht gelungen, eine solche Vereinbarung mehrheitlich zustande zu bringen. Auch die von uns im Hauptausschuss erbetene Überarbeitung des Haushaltsplans ist nicht erfolgt.
Daher können wir, wie schon in der Hauptausschusssitzung angekündigt, dem Haushaltplan 2025 nicht zustimmen.
Das soll aber nicht heißen, dass wir den Mitarbeitern der Verwaltung nicht unseren Dank schulden. Wir danken Ihnen allen für die kooperative Zusammenarbeit und für ihr offenes Ohr für unsere Fragen und manchmal auch technischen Probleme. Gleichzeitig hoffen wir, dass dieses gute Miteinander auch in Zukunft als Basis unserer Zusammenarbeit Bestand haben wird.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine ruhige, besinnliche Adventszeit, eine gesegnete Weihnacht und einen guten Start in ein hoffentlich friedliches Jahr 2025.

WuB besucht Prothesenhersteller APT Westerwald in Stockum Püschen

Wie leidvoll und schwierig das Leben nach einer Amputation ist, kann nur der ermessen, der selbst betroffen oder Angehöriger ist. Gut zu wissen, dass in unserer VG Westerburg ein führendes Unternehmen ansässig ist, das sich ganz auf die Herstellung von Prothesen spezialisiert hat.
Die WuB Vorsitzende Roswitha Flender und Mitglied Andrea Hombach (Physiotherapeutin) hatten bei einem Besuch die Möglichkeit sich umfassend über das Unternehmen zu informieren. Sehr freundlich begrüßte uns Morris Bleser Orthopädietechniker-Mechaniker. Seine theoretische Einführung, zu der auch ein Video der Gesellenprüfung zählte, vermittelte uns das breite Prothesenspektrum. Stets einfühlsame, individuelle Gespräche mit dem Kunden sind zunächst das A und O, bevor die Herstellung des 1. Modells und die vielen weiteren Schritte bis zur Fertigstellung der endgültigen Prothese, folgen. Auch die Hilfe bei den ersten Gehversuchen mit einer Prothese zeigt, wieviel Empathie die Mitarbeiter*innen ihren Kunden entgegenbringen. Beim anschließenden Rundgang, wo wir die Herstellung einer Prothese gezeigt bekamen, war dieses Gefühl ebenfalls zu spüren. In allen Abteilungen beantwortete man unsere Fragen mit viel Freundlichkeit, erklärte uns neue, verbesserte Techniken, z. B. die digitale Form einer App für die Bedienung der Gelenke.
Mit einer Blumenschale bedankten wir uns beim gesamten Team für deren Offenheit und ausführliche Informationen.


Die WuB feiert mit einem Grillfest ihren Verein!

Zum Grillfest hatte der Vorstand der WuB die Mitglieder des Vereins in die Grillhütte nach Wengenroth eingeladen und viele Mitglieder folgten dieser Einladung. In bester Atmosphäre konnte man sich wieder gegenseitig austauschen, die ein oder andere Anekdote zum Besten geben und einfach die gute Zeit genießen. Wohlschmeckende Salate gab es zu leckeren Steaks und Grillwürstchen sowie köstliche Götterspeise und Tiramisu zum Nachtisch. Der Vorstand nahm gleichzeitig die Gelegenheit wahr, um sich bei den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern, Gottfried Werner, Jörg Wengenroth, Anja Koch und Thorsten Schmidt mit einem Geschenk für die geleistete Arbeit im VG- und Stadtrat Westerburg zu bedanken.


Was leistet unsere Kläranlage – Mitglieder der WuB machten sich kundig

Wem einmal bewusst wird, wie viele Arbeitsschritte, elektrische Energie und auch Geld dafür aufgewendet werden müssen, um aus dem Abwasser unserer Verbandsgemeinde wieder sauberes Wasser zu machen, der wird vielleicht mehr darüber nachdenken, was er in Abflüsse und Toiletten entsorgt. Dies war das Fazit, dass einige Mitglieder der WuB e.V. von einem Besuch der großen Kläranlage in Gemünden, Dank ebenso fachkundiger wie auch spannender und kurzweiliger Führung des Werkleiters Jürgen Pfaff, mitnehmen konnten.
Vom ankommenden Schmutzwasser bis zur der Rückführung des am Ende völlig klaren Wassers in den Wasserkreislauf müssen viele Reinigungsphasen durchlaufen werden. Große Probleme machen dabei immer wieder Gegenstände wie z.B. Feuchtreinigungstücher, Wattestäbchen oder Styropor- Teilchen, da diese die großen Rechen, die das Wasser reinigen, verstopfen sodass sie zeitaufwendig gereinigt werden müssen.


Eine zusätzliche Herausforderung seien auch, wie Herr Pfaff erklärte, die häufigen Gesetzes-Neuerungen und Auflagen. Sie erforderten Veränderungen in den Arbeitsabläufen und verursachten zusätzliche Investitionen. So darf der Klärschlamm, der als Dünger aufbereitet an die Landwirtschaft verkauft werden kann, inzwischen nur noch zu bestimmten Zeiten ausgebracht werden. Das macht den Bau einer weiteren Lagerhalle nötig. Zur Reduzierung der Transportkosten, die sich nach Gewicht berechnen, wird er neuerdings mit Hilfe von Sonnenenergie in einer Art großem Treibhaus getrocknet. Eine Idee, die uns allen Geld spart.
Wie viel Chemie-Kenntnis von den Mitarbeitern der Werke verlangt wird zeigte die Besichtigung des Labors gegen Ende der Führung. Die täglich mehrfach kontrollierte Wasserqualität in den einzelnen Reinigungsbecken wird dort auch am Wochenende ermittelt und an die zuständigen Aufsichtsbehörden weitergegeben.

Bleibt zu wünschen, dass die Anlage von vielen Gruppen besucht wird, damit die dort geleistete Arbeit noch sichtbarerer wird. Dies ist nach Absprache jederzeit möglich, sagte uns Herr Pfaff.

Wahlnachlese und Aufbruch

Zu einer Nachbesprechung der kommunalen Wahlergebnisse und der Planung des weiteren Mitwirkens in den Gremien von Stadt-und Verbandsgemeinderat trafen sich die Mitglieder der WuB e.V. in der letzten Woche.
„Nach einem intensiven und sehr engagierten Wahlkampf sind wir zwar nach wie vor gut in den Räten vertreten, haben aber leider im Verbandsgemeinderat zwei Sitze verloren“, stellte die Vorsitzende, Roswitha Flender, fest. Diese gelte es durch eine intensive, ausschließlich am Wohl von Stadt und VG orientierte Arbeit während der neuen Legislaturperiode bei der nächsten Wahl wieder zurück zu erwerben.
Durch die Veränderungen in der Parteienlandschaft der Gremien (Einzug der AfD) haben sich auch die Zahlen und Funktionen der Rats- und Ausschussmitglieder verändert. So hat Roswitha Flender nach langjähriger Tätigkeit in dieser Funktion den Fraktionsvorsitz der WuB im Verbandsgemeinderat an Dr. Ulrike Fuchs übergeben, nachdem diese nicht mehr zur Wahl als Beigeordnete angetreten war. R. Flender bleibt dem Rat aber als Mitglied erhalten und wurde mit großem Dank aus ihre vormaligen Aufgabe entlassen.
Der Wegzug unseres Mitglied Torsten Schmidt führte dazu, dass auch der Fraktionsvorsitz in der Stadt neu besetzt werden musste. Diese Aufgabe übernimmt nun dankenswerterweise Annette Schütz. Als Beigeordneter unterstützt sie Gerrit Kunz.
Intensiv diskutierten die zahlreich anwesenden Mitglieder sodann über eine Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen in den Räten, bei der aber gleichzeitig das eigene Profil der WuB e.V. nicht verloren, vielmehr in der Zukunft noch weiter geschärft werden soll. Hier ist es vor allem die Unabhängigkeit von aller Landes- und Bundespolitik, die es der WuB ermöglicht, sich ausschließlich auf Belange unserer Stadt und VG zu konzentrieren. Ihre wirtschaftlichen, sozialen, schulischen und kulturellen Weiterentwicklungen will die WuB durch gezielte, fundierte Anträge voranbringen. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang u.a., wie man die Arbeiten am Wiesensee beschleunigen könne und ob es angesichts der Haushaltslage möglich sei, eine Priorisierung geplanter Projekte vorzunehmen und das ein oder andere vorerst zurückzustellen.
Diese Diskussion wird die WuB sicher auch bei ihrem diesjährigen Jahresfest am 5. Oktober von 17.00 bis 21.00 Uhr in der Grillhütte in Wengenroth fortsetzen.